Back to the South Island!

19Jan2018

Kia Ora,

meine verbliebenen Tage bei der Max' Family in Dannevirke verliefen sehr entspannt! Nach sechs Tagen kamen meine Hosts gut gelaunt von ihrem Familienausflug zurück und fanden ihr Eigentum unbeschadet vor - bei mir sind weder Tiere verhungert, noch hatte ich das Haus abgefackelt!
Am selben Tag kam auch meine WWOOF-Nachfolgerin an, Victoria aus Sacramento, California. Ich bezweifle keine Sekunde, dass es ihr genauso gut gefallen wird wie mir!


Am darauffolgenden Morgen ging es für mich auch schon los ... Der Abschied war wirklich nicht der leichteste ... Hayley, Jonny und vor allem ihre Hündin Jess hatte ich sehr ins Herz geschlossen!
Doch "Travel goes on" und außerdem wollte ich zu Max' Geburtstag am 18. Januar auf der Südinsel sein. Dementsprechend nahm ich den vierstündigen Bus am 17.1 nach Wellington und dann die Interislander Ferry nach Picton, wo ich die beiden wieder traf. Das Wetter war im Gegensatz zu meiner ersten Ankunft auf der Südinsel eine Katastrophe!


Aber trotzdem feierten wir in einem urigen Irish Pub im winzigen Picton in Max' Geburtstag hinein und wurden später am Abend noch von einem Kiwi zu sich nach Hause zum Billiardspielen eingeladen - wieder so ein Beispiel für die herzliche Mentalität der Neuseeländer! 


Am Tag darauf ging es dann ins Worker Hostel nach Blenheim. Dort wollen Max und Lasse für eineinhalb Monate ein bisschen die Reisekasse aufbessern und auch ich möchte eigentlich für ein paar Tage arbeiten, aber das wird für so kurze Zeit wahrscheinlich schwierig werden. Mal sehen!

Vertrauensbeweis Housekeeping

12Jan2018

Kia Ora,
am Sonntag, dem Tag darauf, hieß es: Abschied von Max und Lasse ... Die beiden brachen zum Camping auf und ich blieb weiterhin bei der Familie Max in Dannevirke. Mittlerweile fühlt es sich schon wirklich wie ein eigenes Zuhause an!


Aber auch alleine ging für mich die Farmarbeit weiter: Hühner und Enten füttern, Sträucher pflanzen, Erdbeerableger retten, Erde umgraben - und jede Menge Unkraut jäten!

Doch ist der zeitliche Arbeitsanteil pro Tag sehr gemäßigt. Ich unternehme viel mit Hayley, Jonny und ihren Kindern Abbi, Josiah und Elijah. Beispielsweise haben wir zusammen eine Tour auf einem Fluss gemacht, den wir mit riesigen Gummireifen entlang geschippert sind! Das war ziemlich cool!
Auch habe ich einen kleinen Ausflug nach Dannevirke Town gemacht, ein Dörfchen, das ziemlich ausgestorben und überaltert wirkt und ziemlich skurrile Läden beherbergt ... zum Beispiel einen Esoterik-Laden, der auch Möbel und Kühlschränke verkauft! Welcome to Dannevirke!

Nachdem ich dann erst eine komplette Woche bei der Familie Max war, wurde mir bereits ein enormer Vertrauensbeweis entgegen gebracht: Weil die Familie für ein paar Tage nach Tauranga fahren wollte und jemand in der Zeit Haus und Hof samt Tieren hüten musste, wurde ich gefragt und ich habe selbstverständlich zugesagt! Was gibt es Entspannteres, als eine Woche alleine auf dieser Farm zu leben, mit den ganzen Tieren und einem blühenden Obst- und Gemüsegarten?

Auch Lasse und Max kehrten für drei Tage zurück, weil das Wetter wieder schlechter wurde und das Vertrauen in mein Warehouse-Zelt nicht allzu groß war ... Deswegen brauche ich abends im Dunkeln auch keine Angst vor komischen Nachbarn zu haben, wenn Jess (die Hündin) grundlos bellt und aber nicht bellt, wenn sie allen Grund dazu hätte - irgendwas hat sie da falsch verstanden!

Dementsprechend verläuft das Leben momentan sehr entspannt während des sogenannten "Housekeepings". Die Verantwortung ist zwar schon nicht so ganz klein, aber bisher leben alle Tiere noch und das Haus ist auch noch nicht abgebrannt. Deswegen: Everything under control!

Wwoofing: Farmlife in Dannevirke

06Jan2018

Kia Ora,
das neue Jahr begann mit einem Montag - einem sehr entspannten Montag! Und so gesund, wie wir unser 2017 beendet hatten (mit einem Lauf), so ungesund begann unser 2018: mit Domino's Pizza auf dem Bluff Hill über dem türkisblauen Hafen von Napier.

Am zweiten Tag des Jahres holten wir dann unseren Cape Kindnappers Walk nach, der uns zugegebenermaßen ziemlich enttäuschte: Es war ein Spaziergang am steinigen Strand entlang zu einer Tölpelkolonie, der aber eigentlich die Show von der Menschenkolonie gestohlen wurde, welche die Vögel in Scharen begutachtete.

Eine typische, von Touristen überlaufene Attraktion in Neuseeland! Trotzdem waren die Klippen beeindruckend und der Walk ... ganz schön.

Am Tag darauf hieß: Abschied! Erstens von Napier an sich und zweitens von meinen beiden Reisegefährten - so dachten wir zumindest (das Foto wurde von dem Crazy Japaner initiiert!)

Ich hatte nämlich eine Wwoofing-Familie in Dannevirke (eineinhalb Stunden südlich von Napier) aufgetan, bei denen ich für ein paar Tage bleiben kann.
Im strömenden Regen also ging es gen Süden und mit jedem Kilometer wurde ich trauriger, weil ich dachte, ich müsste mich bald von Max und Lasse verabschieden. Umso passender, dass der Himmel auch weinte.

Ich war ziemlich aufgeregt, als unser Auto auf das abgelegene Grundstück rollte. Aber sofort wurden wir von Jonny mit der liebenswürdigen Art der Kiwis begrüßt und auch Max und Lasse wurden eingeladen, für ein paar Tage zu wwoofen, weil ein Wirbelsturm und Überflutungen angesagt waren; natürlich nahmen die beiden dankend an!

Wir kamen also in eine typische, neuseeländische Familie: offen, zuvorkommend, ein wenig chaotisch und absolut entspannt! Schon am ersten Abend habe ich mich pudelwohl gefühlt! Hayley und Jonathan haben drei Kinder zwischen neun und dreizehn Jahren: Elijah, Abigail und Josiah. Sie leben auf einem fünf Morgen großen Grundstück mit Obstbäumen, Gemüsegarten, vielen Hühnern, Schafen und Kühen - alles für den Gebrauch in der eigenen Küche. Meiner Meinung nach ziemlich cool, seine Nahrung selber zu "produzieren"!

Am ersten Abend waren wir fünfzehn Leute in dem Haus - es wurde zwar ein bisschen eng, aber deshalb nur umso gemütlicher! Durch den indischen Mann von Hayleys Schwester wurden wir kulinarisch verwöhnt; das Essen war echt ZU gut! Später danach ging es auf die Farm eines Nachbarn mit Maori-Wurzeln. Ein wunderschöner Abend! Es ist so friedlich hier in Dannevirke!

Der erste richtige Wwoofing-Tag am Donnerstag fing mit einem vierstündigen Hike an - nicht etwa mit Farmarbeit! Jonny fuhr mit uns in die Ruahine Ranges, wo wir einen Walk steil bergauf absolvierten, der in der Tat anstrengender war als das Tongariro Crossing!

Nachmittags arbeiteten wir dann zuhause im Garten: die Jungs mähten Rasen und ich half Hayley, ihr total zugewuchertes Gewächshaus wieder zugänglich zu machen.

Abends erholten wir uns von dem anstrengenden Tag mit einem Film auf der Couch im Heimkino.

Die Arbeit des nächsten Tages bestand im Aufschichten von Feuerholz. Am Anfang sah der Berg echt riesig aus, doch mit fünf helfenden Händen war das Meisterwerk bald vollendet.

Den Rest des Tages regnete es in Strömen, erst gegen Abend klarte es ein wenig auf.
Möglicherweise kam Jonny deswegen auf die Idee, uns das Schießen beizubringen ... Nein, eigentlich sprachen wir beim Abendessen nur darüber, seine eigenen Nutztiere zu töten, was in Neuseeland viel unkomplizierter zu sein scheint als in Deutschland. In diesem Zuge fragte uns Jonny, ob wir bereits einmal ein richtiges Gewehr in den Händen gehalten hatten und da wir verneinten, musste das - im wahrsten Sinne des Wortes - auf der Stelle geändert werden: Wir fuhren zu dem befreundeten, supernetten Farmer Ray, der uns auf seinem Gelände schießen ließ. Erst war ich mir nicht sicher, ob ich das wirklich wollte, aber wann bekommt man in Deutschland, wo viel strengere Auflagen herrschen, schon einmal so eine Chance? Also habe ich nicht lange gefackelt ... Auch wenn ich anfangs schon ein wenig Angst um die Kuhherde des Nachbarn hatte, die komplett unbeteiligt nur zehn Meter entfernt von unseren Zielen friedlich graste ... Zum Glück ging alles gut! Ich glaube, für die Jungs war es aufregender als für mich, aber immerhin kann ich jetzt behaupten, eine Rifle in den Händen gehabt zu haben (auch wenn keiner von uns die Kanister getroffen hat).

Anschließend wurden wir noch zum Tee eingeladen (hier sehr üblich in Anlehnung an England!) und saßen in sehr gemütlicher Runde bei Ray und seiner Familie zusammen. Momente wie diese sind unbezahlbar: Man verbringt die Zeit mit quasi fremden Leuten, aber fühlt sich aufgrund ihrer Herzlichkeit wie zuhause!

Heute, am dritten richtigen Wwoofing-Tag gruben Lasse und ich morgens den Kompost um. Eine sehr ... sagen wir mal, leckere Angelegenheit! Aber ein Muss für eine pestizidfreie Farm!

Danach erledigten Lasse und Max weitere Gartenarbeiten während ich mit der Tochter Abigail den Funpart übernehmen durfte: Zitronenkuchen backen! Selbstverständlich mit den Zitronen des familieneigenen Baumes!

Nachmittags wurde es dann blutig ... Denn wenn man die eigenen Tiere essen möchte, muss man ihnen zuvor den Garaus machen ... Heute waren zwei Gänse auserkoren. Eigentlich wollte ich nicht hinsehen, aber wegschauen ging irgendwie auch nicht, weshalb ich mit halbem Auge durch einen Busch linsend dem Geschehen folgte - während ich die Hündin Jess zur Beruhigung kraulte ... wohl bemerkt zu meiner eigenen Beruhigung ... Tja, "Kopf abhacken" ist wohl so eine Beschreibung, welche die Sache ziemlich gut trifft! Aber mit einem Schlag ist das Ganze nicht getan und mich hatte auch niemand darauf vorbereitet, dass die armen Tiere sich danach noch weiter bewegen als wären sie noch lebendig ... Hut ab vor Jonny (der danach blutbespritzt wie ein Axtmörder war - der er ja eigentlich auch war!) und den Jungs, die direkt daneben standen. Ich könnte das nicht und werde auch weiterhin Vegetarier bleiben!
Trotzdem ist es bestimmt ein gutes Gefühl, das selbst geschlachtete Tier am Abend dann zu essen!

Und da ich den Blogeintrag nicht mit etwas so Traurigem wie Tiereschlachten beenden möchte, hier ein Foto von den noch lebenden Exemplaren ...

Galgenhumor ... ;-) But, that's life!

New Year's Eve in Napier

31Dez2017

Kia Ora,
die restlichen drei Tage in Whanganui verbrachten wir in genau demselben entspannten Modus wie die vorangangenen. Nach Weihnachten fühlten wir uns danach, mal in ein richtiges Gym zu gehen, um wieder ein wenig auf Trab zu kommen. Auch der Walk im Whanganui National Park tat gut!

Am letzten Tag in Whanganui feierten wir Chris' Geburtstag mit alle Mann mit einem Barbecue und einem nahezu gigantischen Küchenbüffet - ein einziges Fressgelage!

Am darauffolgenden Tag ging es für eine Nacht nach Taupo, wo wir Lea und Jana trafen, zwei Mädels, die Max bereits aus Tauranga kannte. Zusammen machten wir einen Ausflug zu den total von Touristen überlaufenen Huka Falls, die schon gigantisch anmuten, aber deren Schönheit irgendwie durch all die Menschen geschmälert wurde.

Abends ging es dann zum Feiern in einen Club - in "größeren" Städten wie Taupo gibt es immerhin die Möglichkeit ...

Am Tag darauf führte uns unser Weg über den Thermal Highway nach Napier, wo wir Silvester feiern wollten. Den Tag über ging es mir mit Gliederschmerzen und Schüttelfrost leider nicht so gut ... möglicherweise Nachwirkungen der vergangenen Nacht.
Aber lustigerweise trafen wir im Hostel einen Japaner wieder, den ich letztes Mal in der Stables Lodge auch gesehen hatte. Abends brachte er uns auch gleich Origami bei - obwohl "beibringen" vielleicht zu viel gesagt ist ...

Und dann kam der letzte Tag des Jahres: New Year's Eve! Eigentlich wollten wir den mit dem berühmten Cape Kidnappers Walk feiern, doch irgendwie sind wir beim Wäschewaschen in der Laundry nicht voran gekommen ... Typisch unsere Masterstabsplanung!
Um das Jahr aber guten Gewissens abschließen zu können, waren wir noch eine halbe Stunde an Napiers schöner Strandpromenade joggen (nur um das neue Jahr dann mit 5-$-Pizza von Domino's zu beginnen!). Anschließend wurde sich schick gemacht und ich lud die beiden zum Dinner in ein Restaurant direkt am Meer ein - man gönnt sich als armer Backpacker ja sonst nichts!

Mit einer guten Grundlage ging es zurück ins Hostel, bevor wir uns gegen elf Uhr auf zum Strand machten. Dort gab es Livemusik bis Mitternacht, weshalb sich ganz Napier dort versammelt hatte.

So begann 2018 für mich sommerlich am Strand mit einem gigantischen Feuerwerk, auf das ich die letzten drei Jahre verzichtet hatte. Es war schon etwas ganz Besonderes!

Aber sobald das zehnminütige Feuerwerk erloschen und verstummt war, sprangen die Massen an Menschen auf und strömten davon - typisch Kiwis: halten nicht länger durch als nötig!

Für uns ging es dann in einen Irish Pub. Zwar mit Livemusik, aber das störte nach genug Gin Tonic auch nicht mehr! Viel zu früh schloss der Pub um zwei Uhr, weshalb wir uns zurück Richtung Strand orientierten, um dort den Anfang des neuen Jahres in ungewohnter Weise (mit lauen Temperaturen und Wellenrauschen) richtig auszukosten. Es war ein unvergesslicher Moment, wir drei dort auf dem Kies, kannten uns eigentlich erst seit drei Wochen und waren doch schon solche Freunde geworden!
Es war in jeder Hinsicht ein Silvester, das mir immer in Erinnerung bleiben wird!

We are Awesome - with a capital A!

25Dez2017

Kia Ora,
... and every day is a BEAUTIFUL day!
Diese Sätze wurden für uns zu wahren Mantras in Whanganui - aber von vorne!

Nach dem Tongariro Crossing ging es zwei Tage vor Weihnachten nach Whanganui. Auf der Fahrt legten wir einen echt lohnenswerten Stop in Taupo ein, das uns sehr gut gefiel - den Jungs vor allem wegen "World's coolest McDonald's"! Keine Frage, dort musste geluncht werden. In Taupo möglich im store-eigenen Flugzeug! Deshalb wurde auch diese Filiale zur coolsten der Welt gewählt!

Abends kamen wir dann nach Whanganui, wo wir uns für eine Woche in dem 42b College House eingemietet hatten, in dem Max bereits gewwooft hatte. Ja, warum eigentlich eine komplette Woche? Nicht weil Whangnui so reizend wäre, nein, eigentlich weil es einen günstigen Wochenrabatt gab. Zumindest war das der Grund, weshalb ich mitkam. Ich hatte sogar schon die Überschrift für diesen Blogeintrag geplant: Weihnachten im Studentenwohnheim. Aber dann entpuppte sich unsere Woche in Whanganui als ein Erlebnis, das ich echt nicht mehr missen möchte!


Zwar kann man dort wirklich nicht viel unternehmen, aber darauf kam es auch überhaupt nicht an: Denn das, was zählte, waren die Menschen, die ich dort kennenlernte.
Gleich am ersten Abend wurden wir zum Lagerfeuer am South Beach der Stadt eingeladen. Dort wurden von dem Samoaner Wellington die Worte "We are awesome - with a capital A" und "Jädder Dag is ei schönner Dag" etabliert. Danach war es bei allen Hostelbewohnern ein Selbstläufer! Wellington war sowieso ein Charakter für sich: Zwar wurde man schon selber high, wenn man nur in seine roten Augen schaute, aber aus der reichsten Familie auf Samoa stammend (deren Familienstammbaum man übrigens unter "Samoa Malietoa" bei Wikipedia findet) kam Wellington nach Neuseeland, um dort auf einer Erdbeerfarm in der Sonne zu schuften, weil er aus dem reichen Leben, in das er hineingeboren war, ausbrechen wollte. Wellington war einfach ein Unikat und nur ein Beispiel für all die A-wesome Menschen, deren Bekanntschaft man hier machen darf!
Jedenfalls wurde bereits das Bonfire am ersten Abend am Strand wunderschön! Offiziell zwei Monate war ich an diesem Tag in Neuseeland!

Die nächsten Tage taten wir wie gesagt alles und nichts. Unsere Tätigkeit beschränkte sich im Wesentlichen auf Folgendes: Überlegen, was wir essen wollen. Essen einkaufen. Essen zubereiten. Essen essen. Unser Jagdgebiet war in Whanganui der gelbe Pak'n'Save, in dem wir uns (natürlich neben dem Bett) gefühlt am meisten aufhielten. Man könnte die Woche auch ganz gut mit Hardcore-Chillen bezeichnen ...

Aber Weihnachten stand natürlich auch noch an! Um wenigstens so zu tun, als würde Weihnachtsstimmung aufkommen, buken wir sogar am 23.12. Plätzchen ... im Schweiße unseres Angesichtes, weshalb das mit der Stimmung ein Ding der Unmöglichkeit war.


Den absoluten Beweis dafür, dass es kein wirklich heiliges Weihnachten war, bekamen wir dann, als wir uns am Vormittag an Heiligabend nach einem superleckeren Pancake-Frühstück im ranzigsten Fitnessstudio der Welt wiederfanden. Skurril, zum Glück lustig, und überraschenderweise nicht mal enttäuschend! Es war halt einfach nur ein anderes Weihnachten!


Abends mit unserem Drei-Gänge-Menü bei Kerzenschein (die Kerze steckte mangels eines Kerzenständers stilecht erst in einer Bierflasche und später in einer Weinflasche) kam dann aber tatsächlich doch so etwas Ähnliches wie Weihnachtsstimmung auf.


Danach wollten wir eigentlich noch in einen Club, aber da die Kiwis beim Feiern sehr eigenartig sind, dachten wir uns, dass wir uns das sinnlose Gesaufe bei grellem Licht nicht antun müssen, weshalb wir auf Whanganuis Hügel gestiegen sind und uns die beleuchtete Stadt bei Nacht mit all ihren Lichtern angeschaut haben.

Am richtigen Christmas Day haben wir es leider verpennt (im wahrsten Sinne des Wortes ...) in die Kirche zu gehen. Stattdessen wurde Weihnachten typisch neuseeländisch gefeiert: mit Barbecue bei einem gemütlichen Zusammensein - und lustigen Spielen!

Weihnachten mal anders - und nicht unbedingt schlechter. So sähe mein Fazit aus, wenn ich eines ziehen müsste. Und ungelogen: Whanganui war der perfekte Ort dafür! Sogar einen Weihnachtsbaum hatten wir ... einen backpackerfreundlichen!

Tongariro Crossing 2.0

21Dez2017

Kia Ora,
das Tongariro Crossing als Superlative! Wir starteten noch eher (4.40 am), hatten noch fantastischeres Wetter, trafen viel weniger Mitabsolventen und schafften den Weg in gerade mal knapp acht Stunden!
Ich bin überglücklich, dass ich diesen Track noch einmal gelaufen bin - immer noch ein echtes Highlight! Die Schönheit des rauen Mordor ist einfach unglaublich!

 

Vom Paradies ins Kaff

20Dez2017

Kia Ora,
den ersten Tag nach unserem ersten Surfabenteuer verbrachten wir sehr entspannt mit einer kleinen Kayaktour (sehr schlau bei Ebbe) und einem abendlichen Ausflug zum Strand, um dort auf einer Anhöhe den Sonnenuntergang zu genießen!

Spät nachts fuhren wir noch mit einem Kayak raus in die schwarze Bay, um eine fluoreszierende Algenart im Wasser zu sehen. Und tatsächlich: die Wellen um die Paddel herum glühten in einem mysteriösen Licht - ziemlich spooky!

Den Tag darauf hatten wir eigentlich wieder fürs Surfen eingeplant, doch die Wellen waren leider echt schlecht ... Wir entschieden uns trotzdem dazu, wurden aber nur bitter enttäuscht. Lediglich drei, vier gute Wellen konnten wir bekommen, aber die waren dann auch ziemlich gut - zum Glück!
An diesem Abend fuhren wir kurz vor Mitternacht in der pechschwarzen Nacht zum Surferstrand, um den gigantischen Sternenhimmel zu genießen. Es war wahrscheinlich der beeindruckendste Himmel, den ich je gesehen habe!

Aber auch in Raglan selber könnte man es abends ganz gut aushalten!

Am nächsten Tag mussten wir uns leider auch schon von Raglan verabschieden, was wirklich schwer fiel ... Der Weg führte uns dann für zwei Übernachtungen ins wirklich hässliche New Plymouth, wo wir aber in einem ziemlich gemütlichen Hostel unterkamen. Wir absolvierten den Victoria Loop Track am Mount Taranaki und erkletterten einen Aussichtsfelsen. Leider spielte das Wetter nicht hundertprozentig mit, denn der Mount Taranaki war wolkenverhangen ...
Abends kämpften wir noch gegen die Erste Einheit eine epische Schlacht an Luke Skywalkers Seite - mein erster Kinobesuch in Neuseeland!

Nach unserer Zeit in New Plymouth ging es Richtung Tongariro National Park. Es gab in Turangi ein lustiges Wiedersehen mit Ian! Lasse und Max waren auch bald von dem Charme des Alternativen Hostels eingenommen!
Leider mussten wir mit dem Alpine Crossing noch einen Tag abwarten wegen schlechten Regenwetters am Vormittag, aber morgen sollte es soweit sein!

Das ist die perfekte Welle!

14Dez2017

Kia Ora,
heute drehte sich alles um "die perfekte Welle"! Denn wir drei standen (beziehungsweise versuchten zu stehen) das erste Mal auf dem Surfbrett! Da Raglan ein berühmter Surferort hier in Neuseeland ist, stand das Wellenreiten überhaupt nicht in Frage.


Vom Hostel liehen wir uns kostengünstig Surfbretter und Wetsuits aus, bekamen eine kurze Einweisung, schnallten die Bretter auf's eigene Auto und fuhren kurzerhand zum Ngarunui Beach - stilecht mit lauter Raggae Musik und offenen Fenstern ... nur das Peace-Zeichen hinten auf dem Auto hat gefehlt!
Hier in Raglan kann man nur bei High Tide surfen, da die (ohnehin schon starke) Strömung sonst zu gefährlich wird. Glücklicherweise hatten wir heute zweimal die Chance, an den Strand zu gehen, morgens und spät nachmittags.
Beim ersten Mal übten wir erst wie die Fische auf dem Trockenen (also auf dem weichen, dunklen Sand der großen Bucht), um uns die Bewegungsabläufe einzuprägen.
Dann ging's ab in die Wellen! Das Meer war zwar kalt, aber es ist enorm, wie angenehm warm einen die Neoprenanzüge halten! Und es stellte sich heraus: So ganz unmöglich ist das Surfen nicht! Trotzdem ist es mindestens genauso schwierig aufzustehen, wie überhaupt eine passende Welle zu finden, denn die muss genau im richtigen Moment brechen; kurz bevor sie einen mitnimmt.
Morgens schlugen wir uns schon ganz passabel, aber spätestens nachmittags hatten wir den Dreh - zumindest in der Theorie - raus. Am Ende des Tages hatten wir alle zumindest für ein paar Sekunden auf dem Brett gestanden! Und wenn man steht, ist es ein Höllenspaß, ein irres Gefühl! Am schönsten war es nachmittags in der Abendsonne, als das warme Licht auf den Wellen glitzerte und Erschöpfung und Euphorie durch den Körper brandete.

Nach dem Surfen tat ein Bad im hosteleigenen Whirlpool extrem gut!

Morgen werden wir das Hostel definitiv noch für eine Nacht verlängern, sodass wir nach einem Tag Pause noch einmal Wellenreiten können!

Hobbiton Movie Set: I'm going on an adventure!

13Dez2017

Kia Ora,
im September 1998 entdeckten Regisseur Peter Jackson und New Line Cinema die Alexander Farm, die bis dahin auf 1250 Morgen lediglich Schafe und Rinder beherbergt hatte. Die Bauarbeiten am Set begannen 1999. Riesige Erdmassen mussten bewegt werden, wobei sogar die New Zealand Army half.
 
Ehrlich gesagt, hatte ich ein ziemlich mieses Gefühl bei der Anfahrt ... Je näher wir der Touristenfarm kamen, desto größer vermutete ich den Flop.
 
 
Aber wie sehr hatte ich mich geirrt! Absolut touristisch ist es allemal, alles strikt getaktet und bis ins kleinste Detail abgestimmt, aber die 79$ Eintritt waren ihr Geld allemal wert!
Passend mit "I See Fire" parkten wie unsere Luxus-Limousine und stürzten uns ins Getümmel - ein wahres Getümmel, denn der Andrang an Touristen war gigantisch! Lasse, Max und ich buchten unsere Tour auf zwei Uhr nachmittags; genug Zeit also, um davor noch ins überteuerte Café zu gehen und den Shop leerzukaufen! Dort könnte man beispielsweise "The One Ring" (in verschiedenen Größen, also wohl doch nicht so einzigartig) für 159$ oder die Blattbrosche für 290$ erwerben ... Vielleicht doch etwas zu überdimensioniert für Backpacker. 
 
Als es dann endlich losging, wurde man mit Reisebussen zum Filmset auf die Farm kutschiert und schon einmal mit Filmmusik eingestimmt und mit netten Worten begrüßt.
Eine zweistündige, geführte Tour lag vor uns und sie begann in dem Hohlweg, durch den Bilbo Beutlin mit seinen berühmten Worten "I'm going on an adventure!" stürmt.
 
 
 
Anschließend eröffnete sich uns der vollständige Blick auf die wirklich traumhaft schöne (und grüne!) Szenerie: insgesamt 44 Hobbithöhlen, die Festwiese von Bilbos 111tem Geburtstag, ein schillernd blauer See und - ganz wichtig - The Green Dragon, die Taverne.
 
Es war schon ziemlich cool, das alles in echt zu sehen, doch noch viel amüsanter waren die Geschichten, die uns unsere Tourführerin Charlotte während den zwei Stunden erzählte.
Also im Folgenden ein paar Funfacts zu Hobbiton und den zwei Filmtrilogien im Allgemeinen:
 
Die Geburtstagstorte zu Bilbos "einundelfzigsten" Geburtstag war aus hochentzündlichem Styropor - und darauf standen 111 ECHTE Kerzen. Und nein, es ging nicht gut. Wenn man im Film genau hinsieht, kann man die Rauchschwaden im Hintergrund und die Schweißperlen auf Bilbos Stirn gut erkennen! Hut ab vor dieser Schauspielkunst!
 
Auch bei den Dreharbeiten zu der nächtlichen Geburtstagparty ging es lustig zu: Dazu wurden nämlich einhundert zusätzliche Statisten - auch Kinder - gebraucht. Damit alle bis morgens um fünf durchhielten, wurden die Kinder mit Süßigkeiten satt bei Laune gehalten und die Erwachsenen mit 1%igem Bier ... damit man keine allzu betrunkene Meute vor der Kamera hat.
 
Auch als Gandalf zu Frodo und Bilbo in die berühmte Höhle durch die grüne Tür kommt, war es keineswegs beabsichtigt, dass er sich den Kopf stößt - ein kleines Missgeschick, aber filmisch sehr wirkungsvoll und authentisch!
 
 
Zahlreiche Gärtner sorgen dafür, dass die Vegetation in Hobbiton nur so bunt wächst und gedeiht - aber ein Baum ist unecht: Der Baum über Bilbos Höhle. Er wurde extra für den Herr der Ringe aus Stahl angefertigt. Und weil das noch nicht genug Arbeit war, wurde er auf Regisseur Peter Jacksons Wunsch hin für die Dreharbeiten von dem Hobbit nochmal durch eine kleinere Version erneuert ... Da die Geschichte sechzig Jahre vorher spielt. Der Aufwand ist schon enorm!
 
Peter Jackson legte sowieso Wert auf jedes kleinste Detail: Da die Blätter seines Fake-Baums leider bei der Begehung des Drehorts einen Tag vor Drehbeginn ausgeblichen waren, mussten kurzerhand Leute aus Matamata organisiert werden, die das Problem mit Farbsprühflaschen behoben.
 
Auch sieht man für den Bruchteil einer Sekunde einen Pflaumenbaum, dem man zuvor in Kleinstarbeit alle Früchte und Blätter entfernt hat, nur um sie dann durch Nachbildungen aus Plastik im hobbitgerechten Maßstab zu ersetzen. Etwas zu viel des Guten?
 
 
Auch das Geheimnis um die Größenverhältnisse wurde gelüftet, denn schließlich sind die Schauspieler in echt ja alle ungefähr von derselben Größe: Um die Hobbits also kleiner wirken zu lassen, hat man dieselben Hobbithöhlen in drei verschiedenen nachgebaut und dann die einzelnen Filmfragmente zusammengesetzt.
 
 
Aber der witzigste Funfact von allen ist folgender: Ganz Hobbiton ist nach Osten ausgerichtet. Im Prinzip nicht weiter tragisch, nur höchst unpassend, wenn man Frodo und Gandalf Pfeife rauchend, vor der Tür sitzend und in den Sonnenuntergang schauend Filmen möchte. Deswegen: Früh aufgestanden und beim Sonnenaufgang gefilmt! Hätte auch niemand bemerkt, wäre nicht dieser eine dumme Vogel durch's Bild geflogen, der nachher beim Reverse im Kino rückwärts flog.
 
Dies nur als einige Kostproben!
Zum Ende der Tour wurden wir dann in die Taverne "The Green Dragon" eingeladen, dem einzigen ausgebauten Gebäude in ganz Hobbiton ... Aber auch das nur für die Touristen.
 
 
Auf der Busfahrt zurück wurden uns noch einmal Einblicke in die Filme gewährt - und zugegeben: Dann war es schon ziemlich cool, das alles live gesehen zu haben!
 
 
Und wer bekommt die Post??
 
 
Abends nach diesem gelungenen Tag ging es für uns drei dann in den berühmten Surferort Raglan in ein echt cooles Hostel. Morgen werden wir die ersten Versuche auf den Wellen wagen!

Von platten Autoreifen und Sonnenbrillen im Meer

12Dez2017

Kia Ora,
die letzten vier Tage campten Jake und ich an den entlegensten und schönsten Fleckchen der Nordinsel! Ein Traum, direkt am Meer sein Zelt aufstellen zu können und beim Meeresrauschen einzuschlafen und auch wieder aufzuwachen!

Am Freitag kehrten wir noch einmal auf Julias Farm ein, da mein Päckchen von Zuhause endlich angekommen war (danke Maman!) - ein Stückchen Heimat!
Mit zwei himmlischen Brownies im Gepäck ging es nach Paihia bummeln und ein wenig am Strand relaxen. Anschließend fuhren wir über Whangarei nach Waipu, wo wir auf dem "Uretiti Beach Campsite" direkt hinter den Dünen am Meer übernachteten ... Es erinnerte mich sehr an die französische Atlantikküste!

Am Samstag fuhren wir in einem Stück durch Auckland durch und nach Thames am Südende der Coromandel Peninsula. Dort schliefen wir im sehr skurrilen "Tapu Motor Camp", bevor es für uns am Sonntag - dem zweiten Advent - nach einem kleinen Stop im beschaulichen Coromandel Town in den abgeschiedensten Winkel von Coromandel ging: ganz in die nördlichste Spitze.
Die Fahrt auf der Gravel Road war wunderschön, immer am Meer entlang mit traumhaften Stränden und Bäumen mit tiefroten Blüten, den Pōhutukawa Trees.

Doch die Gravel Road forderte ihren Tribut: Kurz vor unserem Campingplatz in Port Jackson pfiff die Luft aus Aubis rechtem Hinterrad. Wir hatten einen Platten, Jakes Alptraum. Mitten im nirgendwo und Jake hatte kaum mehr Ahnung von Autos als ich.

Zum Glück half uns ein netter Kiwi, den Reifen zu wechseln und nach einigen Anstrengungen und Tricks konnten wir unsere Fahrt tatsächlich fortsetzen.
Der Campingplatz in Port Jackson hat die Pleite aber wieder entschädigt: an einem traumhaften Strand gelegen, gut ausgestattet und mit bestem Sommerwetter! Mein Zelt stand nur zwei Meter vom Strand entfernt und ich konnte auf's Meer gucken! Traumhaft!

Am Montag fuhren wir noch zur Fletcher Bay am Ende der Gravel Road, bevor wir umkehrten.

Danach ging's (eher unbeabsichtigt) querfeldein durch Coromandels Wildnis nach Whitianga und anschließend zum Holiday Park am Hot Water Beach. Ein freudiges Wiedersehen! Und solch ein Luxus nach den letzten sechs, ziemlich entbehrungsreichen Nächten! Wie einen doch eine große, gut ausgestattete Küche, heiße Duschen und saubere Toiletten mit Spülung erfreuen können!
Auch das abendliche Bad in den heißen Pools mit Meerblick genoss ich sehr und auch Jake war vollkommen überzeugt von der Einzigartigkeit solcher Quellen direkt unter dem Strand.

Heute ging es für uns bei größter Hitze zur Cathedral Cove, für mich wieder ein zweites Mal, aber deswegen nicht minder schön! Außerdem ergab sich dort eine neue Richtung meiner Reise, denn ich lernte Max und Lasse kennen, zwei Hamburger Jungs! Und alles nur wegen einer Sonnenbrille, die ich aus dem Meer gefischt hatte - ohne die wären wir nie ins Gespräch gekommen!
Sie luden mich kurzerhand ein, mich ihnen anzuschließen. Das tat ich sehr gerne, denn ihre Route war genau nach meinem Vorstellungen und außerdem waren Jakob und ich die Woche über nicht wirklich warm miteinander geworden und hatten uns nur eher gegenseitig genervt. Also raffte ich meine Habseligkeiten zusammen und buchte eine Nacht in Max' und Lasses Hostel "Tatahi Lodge", das wunderschön war und nur drei Minuten von Hahei Beach entfernt lag.
Noch mit einem Franzosen zusammen verbrachten wir einen entspannten Nachmittag am Strand in Hahei; bei praller Sonne und erfrischendem Ozean.
Nach dem Abendessen fuhren/liefen wir noch zum Te Pare Viewpoint, um den Sonnenuntergang etwas verspätet zu genießen.

Morgen früh geht's dann auf zu den Hobbits ins Filmset nach Matamata!

Auf dieser Seite werden lediglich die 10 neuesten Blogeinträge angezeigt. Ältere Einträge können über das Archiv auf der rechten Seite dieses Blogs aufgerufen werden.